Riesling – Teil 3 – Moselriesling 2015 von Martin Conrad

Der Riesling Jahrgang 2015 ist an der Mosel sehr gut ausgefallen. Da lohnt es sich doch mal zu schauen, bei wem man sich eindecken sollte. Ein  Geheimtipp ist Martin Conrad, ihm ist die Interpretation des Jahrgangs besonders gut gelungen finde ich. Davon konnte ich mich bei einem Besuch im Mai 2016 überzeugen.

IMG_1274

Er verfügt  unter anderem über eine Parzelle in der Brauneberger Juffer Sonnenuhr und seinen Top Wein gibt es ab September 2016 in kleiner Menge zu kaufen. Da wird man schnell sein müssen, denn die Weine von Martin Conrad haben es auch auf die  Weinkarten einiger Sylter Restaurants und ins Münchner Tantris geschafft und die wollen auch beliefert werden.

Sehr empfehlenswert ist auch die Conradus-Serie in trocken und feinherb und das Kabinett in  fruchtsüss.

Wer erleben möchte, das Weißburgunder so richtig burgundisch fein schmecken kann, sollte sich mit dem Gavius 2015 eindecken.

http://www.martinconrad.de

Riesling – Teil 2 – Markus Molitor

portrait-molitor1

Markus Molitor gehört zu den Winzern, die Dinge zu Ende denken, die Kompromisse im Weinberg oder der Weinbereitung nicht mögen. Das zeichnet ihn als Ausnahmewinzer aus, der das gesamte Repertoire vom trockenen Lagenriesling bis zur Versteigerungs-TBA bestens beherrscht und zusammen mit Egon Müller die Rangliste der besten und teuersten TBA anführt.

94% seiner Weinberge sind mit Riesling bestockt, zum Teil bis zu 120 Jahre alt, alles auf Steil- und Steilstlagen, die er in den letzten Jahren mühsam zusammengesucht und erworben hat. Er dürfte damit über eines der spannendsten Lagen-Portfolios in Deutschland verfügen. Das im Süßwein Bereich übliche Vorgehen in verschieden Lesedurchgängen die Trauben zu ernten wendet er auch für trockene und feinherbe Weine an und kennzeichnet die Besten so entstandenen, einzeln ausgebauten Weine mit einem Sterne-System. 3 Sterne bekommt dabei der Top Wein.

“Wenn in den vielen Tagen im Weinberg sorgsam gearbeitet wurde, muss im Keller fast nichts für einen perfekten Wein getan werden.”

portrait-molitor4

Das heißt für ihn, auf eine alte Genetik seiner Rieslingreben zu setzen mit niedrigen Erträgen und kleinbeerigen Trauben, die aromatischer und weniger anfällig für Pilzerkrankungen sind und es ihm erlauben auf den richtigen Erntezeitpunkt warten zu können.  Bei ihm gibt es nur Handlese und er setzt auf ein großes Team sehr gut ausgebildeter Erntehelfer, damit er zum richtigen Zeitpunkt ernten kann, wie die Top Chateaus im Bordelais es auch machen. Deshalb kann er auch bei einer recht großen Betriebsgröße von 90 Hektar absolute Top Qualität erzeugen.

Interessant ist auch, dass er eine High Tec Korbpresse einsetzt, mit dem Ergebnis weniger Trübstoffe im Most zu haben, als Winzer die auf die inzwischen gängigen pneumatischen Horizontalpressen setzen.

Im Keller setzt er auf  Spontanvergärung, großesHolz, sowie auf eine lange Zeit auf der Hefe. Die Weine bringt er dann auf den Markt, wenn sie für ihn fertig sind.  Das heißt dann auch schon mal, daß man einen Wein erst nach ein paar Jahren kaufen kann, wenn er vorher noch im Fass oder der Flasche bei ihm im Keller gelegen hat.

Die Qualität seiner Weine ist wirklich beeindruckend, davon konnte ich mich bei meinem Besuch im Mai 2016 überzeugen. Dabei begeisterten mich aber nicht nur die Rieslinge sondern auch die Rotweine, denn Markus Monitor beherrscht auch die Königsdisziplin: Pinot Noir.

Die Genetik seiner Reben stammt dabei zum großen Teil aus Chambolle-Musigny und die Fässer kommen von  Mercurey.

http://markusmolitor.com 

 

Pinot Noir – Teil 2 – Weingut Rudolf Fürst

Wir haben ziemlich großes Glück hier in Deutschland was Pinot Noir anbelangt. Das ist vielen noch immer nicht wirklich bewußt.

Denn es gibt einige deutsche Winzer,  die bei internationalen Pinot Noir-Verkostungen immer wieder unter den Besten landen und deren Weine noch bezahlbar sind.

Pinot Noir hat natürlich immer seinen Preis, erfordert er doch strengste Selektion der Trauben im Weinberg und kompromissloses Qualitätsstreben im Keller, short cuts gibt es nicht.

Deshalb muss man auch unterscheiden zwischen leckeren Einstiegs Spätburgundern um die 15-20 Euro  und den jeweiligen Top Weinen der Winzer, die bei ca. 50 Euro anfangen. In Burgund ist das Preisgefüge ein ganz anderes, die Top Liga ist dort nicht unter 150 Euro zu haben und die Domaine oder Frau Leroy sind im Handel schnell mal vierstellig.

Mich überzeugen in Deutschland  die Pinot Noir’s der Familie Fürst seit vielen Jahren.

Fürst 1

Pinot Noir verzeiht keine Fehler, das wissen wir alle. Versucht der Winzer irgendwo in der Kette von der austreibenden Rebe im Frühjahr bis zum Abfüllen des Weines einen Kompromiss zu machen, wird man das später schmecken. Deshalb gibt es ja auch so wenige Spitzen Pinot’s. Eines ist für mich sicher, das Terroir für Pinot Noir haben wir hier in Deutschland und zum Glück waren viele deutsche Winzer clever genug auf eine gute Selection Masalle zu setzen und nicht den Fehler vieler kalifornischer und neuseeländischer Winzer zu machen, die es mir reinsortigen Klonen versucht haben. So kommt Komplexität in den Wein.

Die Fürst’s haben 3 Spätburgunderlagen: Hundsrück, Schlossberg und Centgrafenberg. In allen Lagen steht eine Mischung aus deutschen und burgundischen Klonen, Neuanpflanzungen und Ersatz für alte Reben werden eher mit französischen Klonen durchgefüht. Die meisten Reben sind im besten Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Wir befinden uns in Franken, dass heißt gemäßigtes bis kühles Kontinental-Klima mit  kühlen Nächten, die dem Wein ein gutes Säurerückrad verleihen. Durch den Klimawandel reifen die Trauben regelmäßig voll aus. Die Unterschiede zwischen den Lagen sind deutlich schmeckbar und jeder wird hier seinen persönlichen Favoriten finden. Das ist ja gerade die Kunst, das Terroir zu interpretieren und schmeckbar zu machen.

Fürst Trauben

Mindestens 50 Prozent der Ernte werden als ganze Trauben vergoren, weil Sebastin Fürst die “minzige” Frische der Kämme im Wein haben möchte. Das hat auch den Vorteil, für eine sehr gute Alterungsfähigkeit zu sorgen. Noch entscheidender als ohnehin schon, ist hier der richtige Lesezeitpunkt, ansonsten wäre der Geschmack der Kämme zu grün.

Bei der Kaltmazeration wird sehr vorsichtig vorgegangen, nicht zu lange, nicht zu kalt könnte man es auf den Punkt bringen, weniger ist hier mehr könnte man das auf den Punkt bringen. Nach der Fermentation und Mazeration und dem Zufügen des schonend erzeugten Pressweins kommen die Weine für einige Monate in Barrique Fässer.

Dabei arbeitet er mit mehreren franzöisschen Fasslieferanten der Top-Liga zusammen. Ich wusste vorher zum Beispiel gar nicht, dass es eine Exklusif Serie von Francois Freres gibt, wo das Holz 36 Monate an der Luft lagert. Das macht den Einfluss des Holzes deutlich sanfter.

http://www.francoisfreres.com/ang/produit.html

Das Toasting der Fässer bewegt sich meist im Medium Bereich und es wird eine Mischung aus alten und neuen Fässern verwendet. Das Holz soll schliesslich nicht schmeckbar sein, sondern Struktur und Haltbarkeit schaffen.

Zum Abfüllen sucht Sebastian Fürst dann die besten Fässer heraus und entscheidet über die endgültige Zusammensteillung der jeweiligen Lagenweine.

Nachdem ich die Jahrgänge 2014 und 2015 als Fassproben schon probieren durfte kann ich nur sagen: Da kann man sich jetzt schon drauf freuen.

Besonders aufgefallen ist mir die Balance, Eleganz und Finesse der Weine. Da treffen Talent, Fleiß und Bauchgefühl zusammen. Es gibt soviel Stellschrauben und Abzweige die man nehmen kann , möchte man einen wirklich großen Pinot erschaffen, die Fürst’s bekommen es hin.

 

 

 

 

Winzerserie – Österreich – Kamptal – Martin & Anna Arndorfer

HSC_9353

Wer mich kennt, weiß, dass ich Natural Wein im Regelfall nicht soviel abgewinnen kann. Umso erstaunlicher wenn ein Sommelier es schafft mich damit zu begeistern und so war es ein Müller Thurgau Per Se aus der Naturwein-Serie von Martin Arndorfer der mich auf die Fährte dieses Jungwinzern geführt. Dabei habe ich festgestellt, das Martin Arndorfer ein wahres Mulit-Talent ist und die Natural Weins nur ein kleiner Ausschnitt aus einem hervorragenden Sortiment sind.

Im WienerWeinbistro “o boufés” von Konstantin Filippou’s  bin ich mit ihm an einem Abend im April 2015 verabredet.  Auch Martin ist wie Urban Stagard, den ich am Vortrag traf, auf der Karte von Aldo Sohm vertreten und sein Exportanteil in die USA beträgt erstaunliche 80%.  Martin teilt das Weingut mit seinen Eltern und auf 8 ha baut er unter anderem Grünen Veltliner, Riesling, Neuburger, Chardonnay und auch Rotwein an. Der Betrieb ist in Umstellung auf biologische Bewirtschaftung und Martin arbeitet mit viel Fingerspitzengefühl im Weinberg. Im Keller setzt er auf  unterschiedlichen Fassformen und Größen, auf Holz und Edelstahl. Darüber hinaus ist Hefekontakt und Maischeeinsatz ein wichtiges Thema oder das Reduzieren bis zum totalen Weglassen der Schwefelung. Ziel sind Vielschichtigkeit und das Spiel der Aromen. Dadurch werden unterschiedliche Dimensionen im Wein erlebbar. Dabei werden die Weine nicht manipuliert, es geht vielmehr darum, die Aromatik aus den Weingärten zu interpretieren. Das gelingt ihm sehr gut und es lohnt sich aus allen seinen Serien Weine zu probieren. Zum Einstieg würde ich den 2015 gemischen Satz und seine Chardonnay-Neuburger Cuvée empfehlen.

Pinot Noir – Teil 3 – Vorsprung durch Technik oder gute alte Zeit?

Ich liebe es in geselliger Runde die große bunte Welt der Pinot Noirs zu erkunden. Meistens läuft das etwas unsystematisch und geht eher nach dem Motto, schmeckt mir großartig oder viel Geld für wenig Wein. Pinot Noir ist schließlich manchmal auch ein Minenfeld, wo eine gute Orientierung gefragt ist.

Martin Kössler von der Weinhalle in Nürberg und Christin Baumeister von Weinerleben hatten die Idee,  Anspruch und Struktur in eine weltweite Pinot Noir Probe zu brigen. Da musste ich natürlich dabei sein. Wie schmecken eigentlich unterschiedliche Klone und die verschiedenen Techniken im Keller (zum Beispiel Kaltmazeration, Whole Cluster Einsatz, Maceration Carbonique, Hefekontakt, Fasseinsatz, etc.)

Das war richtig spannend und hat jede Menge Spaß gemacht. So erstaunlich das klingt,  die Unterschiede waren deutlich zu schmecken und auch wenn man dabei bestimmt nicht immer richtig liegt, nach dem Verkosten kann man jetzt vorsichtig Rückschlüsse ziehen, wie der Wein wohl entstanden ist.

Die folgenden Weine waren dabei:

Pinot1 Pinot2

Ich habe mich dann nach der Probe gefragt, wie wohl die einzelnen Techniken entstanden sind und da lohnt ein Blick in die Geschichte des Pinot Noirs in Burgund.

Schaut man sich hier einmal an, wie Pinot Noir früher gemacht wurde, so fanden sich in den Weinbergen eine Mischung verschiedener Klone mit unterschiedlichen Eigenschaften. Die waren natürlich nicht alle gleich ertragsstark oder resistent gegen Krankheiten, dürften aber durchaus unterschiedliche Geschmacksprofile gehabt haben, so dass eine interessante Mischung garantiert war.

Der heutige Versuch mit reinsortigen Klonen zu arbeiten führt manchmal zu etwas Eintönigkeit im Geschmack ist mein Eindruck und je variantenreicher die Klone sind, vorausgesetzt sie sind qualitativ hochwertig, desto interessanter wird der spätere Wein.

Nach der Lese dauerte es in den kalten Kellern von Burgund eine Zeit bis die Gärung durch natürliche Hefen startete. Eine Form der nicht kontrollierten Kaltmazeration. Dieses Stilmittel wird heute leider vielfach überstrapaziert, indem man versucht durch Kalt-Mazeration Farbe und Frucht zu extrahieren.

Wurden ganze Trauben in das Gärfass gegeben, so kam es auf natürliche Weise zu einer teilweisen Maceration Carbonique und auch die Rappen konnten sich strukturell auswirken, in unreifen Jahren allerdings dann auch enentuell zum geschmacklichen Nachteil.

Beim Presswein wurde wahrscheinlich nicht die selbe Vorsicht walten lassen wie heute und dies könnte zu manchen Bitteraromen geführt haben.

Teilweise blieb der Wein bewusst oder unbewusst längere Zeit auf der Hefe liegen, auch dies hat geschmacklichen Einfluß. Beim späteren reifen im Fass wurden wahrscheinlich die Fässer eingesetzt, die gerade zur Verfügung standen, eine Mischung aus alt und neu und vielleicht auch verschiedenen Toasting Graden.

Die Weine waren nicht so berechenbar wie heute, aber es wird von Erzeugern mit gutem Wissen und Bauchgefühl bestimmt viele interessante Weine gegeben haben.

In der Neuzeit gab es dann die Phase der Technikgläubigkeit mit der Idee, alle Abläufe kontrolliert zu steuern, angefangen im Weinberg mit reinsortigen Klonen auf optimierten Wurzelstöcken. Im Keller dann gezielte Kalt-Mazeration von vorher entrappten und selektierten Beeren. Reinzuchthefen, Enzyme, Temperatursteuerung, das frühe Abziehen von der Hefe, gezielte Fassauswahl und späteres Verschneiden. Das Ergebnis waren technisch einwandfreie aber leider häufig auch etwas langweilige Weine.

Jetzt besinnt man sich wieder auf altes überliefertes  Wissen und versucht altes Know-How und neues Wissen zu kombinieren. Der Winzer versucht möglichst wenig einzugreifen in der Weinbereitung. Der Focus liegt darin, im Weinberg optimale Voraussetzungen zu schaffen, zum Beispiel durch eine biologische Bewirtschaftung.  Dazu kommt  das Wissen über Klone, Erziehungssysteme, Laubarbeit und Schnittechniken . Das Ergebnis sind gesunde und geschmacksintensive Trauben, wenn die Natur im jeweiligen Jahr mitspielt. Die Vorraussetzungen für einen großen Pinot Noir sind dann schon  mal gegeben. Im Keller entscheidet dann das know how und noch wichtiger das Fein- und Bauchgefühl des Winzers.

 

In Search of Balance – 2 Winzer aus der Wachau auf neuen Wegen

Meine erste Berührung mit österreichischem Wein hatte ich vor bestimmt mehr als 20 Jahren bei den Obauers in Werfen. „Unendlich“ hiess der Wein und er schmeckte auch so. Das prägte mein Bild von Weinen aus der Wachau für lange Zeit: viel Körper, viel Alkohol, viel Botrytis, viel Geschmack, super Lagerfähigkeit.

Altern diese Weine gut und viele davon haben das Zeug zum Langläufer, so können Sie im Alter richtig Spaß machen. Sind sie jung so treffen sie nicht ganz so meinen persönlichen Geschmack.

Auf der Hausmesse eines Nürnberger Weinhändlers schickte mich vor ein paar Jahren dann ein Freund zum Stand von Peter Malberg mit dem Tipp, doch mal seinen „Weitenberg Grünen Veltliner“ zu probieren. Der Wein war sehr dezent, weder in der Nase noch im Mund gab er viel von sich preis, so „leise“ kannte ich österreichischen Wein gar nicht. Man musste auf die Nebentöne achten. Auch die Rieslinge konnten mich voll überzeugen.

Ich vergleiche diese beiden Weinstile gerne mit Musik, wo es ja auch ein breites Spektrum an Stilen gibt und sich in vielen klassischen Musikstücken leise Sätze abwechseln mit kraftvollen lauten Passagen. In der Mischung ist das umso reizvoller und deshalb finde ich auch, sollte nicht jeder Winzer auf den fahrenden Zug der leisen Weine aufspringen, sondern seinen eigenen Ideen vertrauen und seine persönliche Handschrift entwickeln, egal ob kraftvoll oder filligran.

Auf dem Weg zum WSET Diploma Kurs in Rust beschloss ich dann vor einigen Wochen einen Tag in der Wachau und dem angrenzenden Kremstal zu verbringen, das sich nahtlos an die Wachau anschliesst und mir vor Ort einmal anzuschauen, wie der Jahrgang 2015 von Peter Malberg und Urban Stagard interpretiert wird. Zwei Winzer die für einen neuen leichteren Weinstil mit einer anderen Balance und mehr Finesse stehen. Der Focus lag dabei auf Riesling, wie könnte es bei mir auch anders sein.

HSC_9310

Die erste Station war das Weingut von Urban Stagard, das am Rande der Wachau und offiziell schon im Kremstal liegt.  Sein Herz schlägt für den Riesling . Er gehört zur jungen Garde der Winzer, die es schon auf die Weinkarte von Aldo Sohm in New York geschafft haben: mit einem Grünen Veltliner, dabei sind die Rieslinge von Urban noch viel bemerkenswerter und längst kein Geheimtipp mehr.

Urban’s Vorschlag mir seine Weinlagen zu zeigen nahm ich dann auch sehr gerne an. Rund um Krems „sammelt“ er spannende Riesling-Lagen, sie sich teilweise hoch über der Donau in kleinen Parzellen am Hang befinden. Dabei hat er in den letzten Jahren ein imposantes Portfolio zusammengestellt. Im Weinberg arbeitet er nach biologischen Gesichtspunkten. Im Keller vergärt er mit einem Anteil Beeren und lässt die Weine lange auf der Vollhefe liegen. Urban verlässt sich auf sein Gefühl bei der Weinbereitung, dabei hat er aber trotzdem auch die Analysewerte seiner Weine zur Hand und ich finde, dass ist kein Widerspruch. Er möchte die Lagen schmeckbar machen und das gelingt im gut. Beim späteren Probieren der 2015er Fassproben war ich überrascht wie unterschiedlich die Rieslinge sind. Mein Lieblingswein war der Steiner Schreck. Dass er auch sehr gut Cuvertieren kann, beweisst er mit dem Ströck.

HSC_9339Kommen wir zurück auf den Anfang und Peter Malberg’s Weine. Er war einer der Vorreiter für einen neuen Weinstil in der Wachau. Wir sitzen in seinem neuen Haus direkt gegenüber der Lage Bruck im Spitzer Graben und schauen durch die Panorama Fenster auf die Weingärten. Das Klima ist hier ein anderes als direkt an der Donau.
Seine Philosophie ist davon geprägt die Dinge im Gleichgewicht zu lassen und mit der Natur im Einklang zu leben um Wein zu erzeugen. Das heißt für ihn, die Trauben dann zu lesen, wenn die ersten Vögel anfangen sie zu fressen, lieber etwas zu früh als zu spät. Dann ist die Säure in den Trauben noch präsent und die niedrigen PH- Werte sorgen für Frische im späteren Wein. Er muss dann auch das Lesegut nicht schwefeln und die Spontanvergärung startet gut. Logische Wirkungsketten finde ich.

Mein Favorit ist der „Bruck Riesling 2015“ an diesem Tag, zeigt er doch die Kühle und Frische der hoch gelegen Lage und die herrliche Frucht des Jahrgangs. Dicht gefolgt von „Brandstatt 2015“ und „Liebe Dich GV 2015“ Peter Malberg gehört auch zu denjenigen die viel Geld und Arbeit in die Restaurierung der alten Terrassenlagen in der Wachau stecken. Das zeigt sich auch in einer Lage, die an die Bruck Parzelle links anschliesst.

Brandstatt ist mein Rekultivierungsprojekt im Spitzer Graben, dem kühlsten Gebiet der Wachau, auf ca. 450 m Seehöhe. Der ursprünglich verwahrloste Glimmerschiefer-Weingarten wurde nach Instandsetzung der Mauern nach und nach wieder mit Riesling bestockt. Mein Anspruch ist, auf diesem urtümlichen Terrassen-Weingarten einen kompromisslosen Wein zu keltern, bei dem weniger die Rebsorte zum Ausdruck kommen soll, als vielmehr das Terroir und eine alte Weinbereitungstradition. Dazu gehört eventuell eine Maischegärung ebenso, wie langer Ausbau im heimischen Akazienfass.

 

Pinot Noir – Teil 1 – Romana Echensperger MW über Deutschen Spätburgunder

Romana Echensperger MW, eine gute Freundin von mir hat vor einiger Zeit  einen wunderbaren Artikel über deutschen Spätburgunder geschrieben.

https://www.guildsomm.com/stay_current/features/b/weblog2/posts/pinot-noir-with-an-umlaut-german-sp-228-tburgunder

Damit möchte ich meine Serie über Pinot Noir starten. Es werden viele Berichte zu meiner Lieblings-Rebsorte folgen.

Die Serie wird von Winzern, Weinlagen, Ländern, Weinmaking und dem Zauber der schönsten Pinots handeln.

 

Pinot Noir with an Umlaut: German Spätburgunder

German Pinot Noir is a grotesque and ghastly wine that tastes akin to a defective, sweet, faded, diluted red Burgundy from an incompetent producer.
-Robert Parker, 2002.

Do you still have this picture in your mind when it comes to German Pinot Noir? Then it is time for an update, because even in 2002 our dear friend Mr. Robert Parker was out of date concerning German Pinot Noir.

The Spread of Spätburgunder

First of all, the acreage of Spätburgunder in Germany is rising. After France and the United States, Germany is the third largest producer of Pinot Noir in the world – ahead of New Zealand and Switzerland. Plantations of Pinot Noir in Germany have doubled since 1990 to 11,758 hectares today, and Spätburgunder is the third most-planted grape variety in Germany, after Riesling and Müller-Thurgau.

Pinot Noir in the World (2011)
France  26,337 ha
USA 15,802 ha
Germany 11,756 ha
New Zealand 4,650 ha
Switzerland 4,449 ha
Australia 4,254 ha
Italy 3,300 ha
Argentina 1,441 ha
Chile 1,382 ha
Austria 409 ha

 

Development of Pinot Noir Acreage in Germany
1964 1,839 ha
1979 3,573 ha
1991 6,449 ha
2000 9,255 ha
2009 11,733 ha
2011 11,756 ha

 

A little bit of history

Spätburgunder has a long tradition in German vineyards, especially in Baden where it was first documented in the year 884 at Lake Constance. The emperor Charles III, better known as “Charles the fat,” a great-grandchild of Charlemagne, brought the variety from Burgundy, where it is most probably native, to the south of Germany. In comparison, Riesling was first documented in Germany much later, in the year 1435. Furthermore, Pinot Noir was starting to become widely spread from the 15th century onwards, thanks to Cistercian monasteries like Kloster Eberbach.

German Clones – the key to a unique taste

Since Pinot Noir is a grape variety that is prone to mutation, it is not surprising that during the long history of growing in Germany a unique clonal selection of Pinot Noir took place. In the 1930s, the first clonal selections were made in Assmannshausen in the Rheingau. In those times, Pinot Noir was deemed to be a degenerated grape variety. The plants were infected with viruses and therefore yielding unreliably. The second wave of clonal selection came after the Second World War in the 1950s, with targets that mirrored the preoccupations of the age: must weight and yield were the most important parameters, resulting in high-yielding vines with high must weights, yet compact, so-called “standard” clones.

The “standard” clones are in several ways a negative thing. Pinot Noir is one of the grape varieties where yield really matters. While one can easily make great Cabernet Sauvignon with a yield of 50-60 hl/hectare, Pinot Noir is good only when less then 40 hl/hectare are harvested, and really great wines are made with about 30 hl/hectare. Furthermore, Pinot Noir is a thin-skinned grape variety. Since color and flavor are located in the skin, the big berries of the “standard” clones have a bad skin-to-pulp/juice ratio, and it is nearly impossible to make a structured wine out of those bunches. Furthermore, the compacted berries are more susceptible to botrytis. While noble rot is welcomed with Riesling, in red wine it is a disaster because the fungus develops an enzyme called laccase, which destroys all color. The only way to overcome the problem is to heat up the must (if one doesn’t want to have orange-colored wine after a few months). Nowadays, most of the growers who still have those clones in their vineyards divide the bunches after flowering. As a result, clusters grow longer and the berries are therefore less compacted. However, from the 1950s until the 1970s growers preferred high yields, and thermo-vinification was widely used. I assume Robert Parker tasted one of those German “reds” when he described German Pinot Noir as “grotesque and ghastly.”

Rot-susceptibility of those “standard” clones and the efforts of a new generation of wine growers to increase quality have led to research and selection of new clones. Today a plethora of German clones are registered, and the new generation of small and mixed-berried clones with loose bunches, like the Geisenheim “20-13 Gm” or the Freiburg “FR 1801,” are in favor. Equally popular is the planting of the famous French “Dijon” clones. Wine made from German Spätburgunder clones shows more upfront red fruit, with a hint of lovage, and some of these clones are known for keeping high acidity levels. Wine made from French clones, on the other hand, has a darker fruit expression in general and very often has an earthy aromatic core. It is important to know the history of Pinot Noir in Germany to understand why Spätburgunder very often tastes so typically German.

However, there is not ONE right clone and most of the growers prefer to plant a mix of clones. Furthermore, it became clear that the famous “Dijon” clones are not suited to warmer climates, such as the sub-region Kaiserstuhl in Baden. The “Dijon” clones were selected for many traits, most significantly their ability to ripen relatively early in the Côte d’Or. In some warmer sites this means a tendency towards a very rapid sugar accumulation. Here some German clones, such as the “Mariafeld” clones from Freiburg (like the FR 13L), are known to retain high acidity and have an advantage.

  
The so-called “standard” clone (left picture), developed in the 1950s, with the selection target of high must-weight and high yield. Big, compact bunches and therefore increased risk of botrytis infection was the result. On the right is an example of the latest clonal development in Germany: clone “Gm 20-13” from the research centre in Geisenheim, Rheingau. The selection target was more intense varietal character, more color, higher extract, lower yield as well as smaller and mixed berries within one cluster, so as to be less susceptible to rot.

Climate Change

Research at the famous Humboldt University in Berlin shows that average air temperature in Germany has increased with 1.4°C over the last 40 years. Red winemaking in this marginal climate is a new ball game.

Winemaking Techniques

Pioneers like Bernhard Huber from Baden or the Knipser brothers from the Pfalz region learned the secrets of Spätburgunder winemaking by trial and error, as well as through trips to Burgundy and discussions with the French Pinot Noir masters. The new generation of growers has self-evidently studied oenology and most of them have had the opportunity to do an internship abroad. Nowadays you rarely see thermo-vinification anymore (except perhaps in big-scale cooperatives). Most of the producers are mastering the art of Spätburgunder production from the vineyard to the cellar.

Widespread nowadays is the practice of pre-fermentation cold-maceration, aiding colour/aroma extraction for premium wines. Whole-bunch-fermentation was first adopted by pioneers like Rudolf Fürst (winery Paul Fürst / Franken) and is now practiced on a broader scale. This indicates better ripening due to climate change and better clonal selection, encouragement of intra-cellular fermentation for increased aromatics as well as tannin extraction for longevity and structure. On a very low scale must concentration (i.e. reverse osmosis) is used, although it was more prominent 15 years ago (experience shows that this was not supportive to the overall quality). However, since Pinot Noir is known to be anything but a “sugar factory” in the vineyard, chaptalisation is still widely used. Even high-class growers like Bernhard Huber admit, that they sometimes need an extra of a ½% alcohol to enforce balance and mouthfeel.

Whether it is the use of stems during fermentation, cold-maceration à la Henri Jayer, or the decision about which and how much new oak to use, today’s highly educated and experienced growers make reasoned decisions regarding the appropriate pathways to take through all the possible winemaking opportunities regarding Pinot Noir. Today they can better express their ideas of what high-quality Spätburgunder should be about.

Different Terroirs

While the famous Pinot Noirs of Burgundy stem from limestone soils of the Jurassic age, like the fossil-rich Bajocian found in the northern Côte de Nuits or the Argovian limestone more prone to erosion in the Côte de Beaune, Spätburgunder in Germany is planted on very different soils. Since the 1980s growers returned to the concept of terroir and away from the German quality classification wherein only sugar level counts.

Since Riesling mirrors terroir perfectly, Pinot Noir is the perfect completion as THE terroir-driven red grape for cool climates.

Below are a few examples of very good Pinot Noir terroirs in Germany:


                                                                                                                                                                                                   Copyright jancisrobinson.com

1: The Ahr Valley

With 548 hectares, the Ahr Valley is one of the smallest wine regions in Germany. Although it is one of the northernmost areas, 90% is planted with red varieties. With 60% of the vineyard area, Spätburgunder is the most important one. The preference for red varieties is due to the very sheltered microclimate and the soil type: the Ahr valley is a slate and graywacke canyon, protected from too much precipitation and wind by the Eifel ridge. Most of the terroirs in that region are based on slate and graywacke, which heat up easily and store heat. Only a few exceptions exist in the lower Ahr valley, between the villages Bad Neuenahr and Heimersheim, where deeper soils like loamy loess can be found. This terroir, combined with predominantly German clones, are responsible for a very distinctive character: upfront ripe, very cassis-like fruit mingled with smoky and flinty tones. Furthermore, the wines are very juicy, with smooth tannins but nevertheless holding ageing potential. The issue here is the strong domestic market due to the proximity of the wealthy metropolitan area around Cologne, and prices are therefore sometimes ridiculously high.

Best Producers: Jean Stodden, Meyer-Näkel, Adeneuer, and Deutzerhof

  
Single vineyard Pfarrwingert in the village Dernau (left picture) shows the typicity of the Ahr region: steep slopes with poor soils made of slate and greywacke. Meike Näkel of the winery Meyer-Näkel (right picture) makes textbook Ahr Spätburgunder known for an upfront, almost Cassis-like fruit expression.

2: Assmannshausen in the Rheingau

The village of Assmannshausen lies at the point where the river Rhine returns to its normal direction of flow from south to north. Pinot Noir has been cultivated in this area for more than 500 years. The south- and southwest-facing slope is made of predominantly slate, with loamy loess on the lower slope. Some of the growers are taking care of tradition, maturing their Pinot Noir wines in big old barrels and producing an overall lighter and filigreed red wine, while others like the famous August Kessler follow a more international stylebook by reducing their yields and using barriques for their best wines. Kesseler’s wines show immense ageing potential and very dense black fruit, underlined with freshness and spicy slate tones as well as a silky, elegant texture and long finish. He is in my opinion the best red wine producer in Assmannshausen.

3: Bürgstadt and Klingenberg in Franken

Around the village of Bürgstadt, one can find the single vineyards Centgrafenberg and Hundsrück, and around Klingenberg are the very steep slopes of the single vineyard Schlossberg. They all face south, and are composed of Trias sandstone with different levels of loam. The most shallow soils in each are planted with Pinot Noir. Of course, other wineries are located here too, but the most important one (available in various export markets) is Fürst. Paul Fürst has planted a mix of German and French clones in his vineyards and since he is one of THE Spätburgunder pioneers in Germany, he truly masters the art of winemaking. He was one of the first who used stems during fermentation. The wines are very often quite tight in their youth, but they develop a very complex, fragrant bouquet. While lighter and more reddish in color, the wines are precise, pristine and more restrained, with fresh red fruit character and floral and earthy notes, fresh but balanced acidity and structured, powerful but integrated tannins, with a tremendous aging potential.

   
When it comes down to German Pinot Noir, the wines from Paul Fürst (left picture) have a big role to play. He brought the villages Bürgstadt and Klingenberg onto the wine lists of the world. ). Bernhard Huber (right picture) is one of THE Pinot Noir pioneers. His vineyards in Breisgau are planted predominantly with French clones.

4: Southern Pfalz: The Villages of Birkweiler, Siebeldingen, and Schweigen

Here you find a plethora of great growers producing fabulous Pinot Noir grown on chalky soils. Warm microclimates, protected from winds by the Palatinate forest, are the secret behind vineyards like Kastanienbusch in Birkweiler, where Pinot Noir grows on the chalky parts. The same is true for Im Sonnenschein in Siebeldingen. The wines show a mineral impression with a more austere and firm tannin structure. The best wineries are the VDP members Ökonomierat Rebholz, Dr. Wehrheim, and the newcomer Gies-Düppel. Futher south, on the French border, is the village of Schweigen with its south-facing single vineyard Kammerberg, made of heavier, chalky marl soils. It produces full-bodied Pinots, with ripe dark fruits and rounded tannin structure. The best winery here is without doubt Friedrich Becker.

5: Breisgau sub-region in Baden: Malterdingen, Bombach, and Hecklingen

700 years ago, Cistercian monks brought Pinot Noir to this region, where yellowish limestone soils are prevalent. The sub-region Breisgau is a bit cooler then the sub-region Kaiserstuhl in the south, which results, together with its soil type, in pure and elegant wine styles. Bernhard Huber is the most important wine grower and he produces the perfect interpretation of this terroir. His wines are made in the best Burgundian tradition, where hidden power and elegance are key, as well as ethereal complexity, which you can only find in the best Pinot Noirs of the world.

  
The Kaiserstuhl (right picture), the famous sub-region in Baden, is based on an extinct volcano. Volcanic soils surface in the western parts around the villages Ihringen, Burkheim and Oberrotweil. In the northeast, around the villages Endingen or Königschaffhausen, loess is prevalent, brought by the easterly winds from the chalky alps during the ice age. The single vineyard Winklerberg in Ihringen (left picture) is supposed to be the hottest vineyard in Germany. Cacti grow on its summit. 

6: Kaiserstuhl sub-region in Baden

The Kaiserstuhl is the hottest wine-growing area in Germany, and for Spätburgunder mostly German clones are planted. Pinot Noirs from volcanic soils on the Kaiserstuhl are powerful with a rustic edge, and with very ripe red fruit mingled with herbaceous notes as well as with smokiness. The structure is powerful with sinewy tannins and a mineral impression. Some of the best growers are Dr. Heger, Salwey, Freiherr von Gleichenstein, and Bercher. Wines grown on loess soils are more elegant, juicy and less smoky. Some of the best growers on these soils include R. u. C. Schneider and Knab.

7: Markgräflerland sub-region in Baden: Efringen-Kirchen

The winery Ziereisen brought the Markgräflerland on stage. His vineyard Oelberg is located in the neighborhood of a stone quarry, and soils are made of Jurassic limestone, similar to what one finds in Burgundy. The vineyard is sheltered within a dell and planted with a mix of German, Swiss and French clones. His wines pair the elegance of Burgundy with the typical fruit expression of German Spätburgunder, combined with concentration and freshness. Hanspeter Ziereisen is a rising star, and when you taste his wines it is surprising that his parents were still focused on the other agricultural pursuits this region is known for.

  
A stone quarry in the neighborhood shows the Jurassic limestone soil in the area around the village Efringen-Kirchen (left picture). Hanspeter Ziereisen (right picture) is the Spätburgunder star. 

Conclusions

The tremendous increase in quality of German Pinot Noir has to do with several factors. Better clonal selection, knowing which clones are best suited for which single vineyard, high standards in education, a profound knowledge about viticultural and vinification techniques, climate change, and the return to the “terroir” idea (and away from sugar levels as the sole quality determinant), are driving a new classification of quality. But in the end it is the rising self-confidence of the growers that is responsible for Germany’s emergence: they no longer want to simply copy Burgundy and have started to define their own unique interpretations of German Pinot Noir. The target is to provide a distinctive contribution to the world of Pinot Noir and we are definitely on the right track.

Dreizehn Sinne – Cornelius Speinle kocht obere Flughöhe

Vor einiger Zeit hatte mir ein Freund  aus Mannheim ganz begeistert von einem Restaurant in der Schweiz erzählt. Cornelius Speinle kocht hier und das Restaurant heisst 13 Sinne. Wer herausfinden will, woher der Name kommt, sollte hinfahren und nachforschen. Ich übernehme die Haftung, dass er sehr glücklich und zufrieden zurück kommt. Das Team dort kocht obere Flughöhe und Cornelius Speinle wird seinen Weg machen, drei Sterne nicht ausgeschlossen in ein paar Jahren, zur Zeit hat er einen. Mutig gebrüllt, werden jetzt einige sagen, aber in diesem Fall lehne ich mich gerne aus dem Fenster.

Hier noch ein ausführlicher Bericht eines Kollegen

https://www.dasfilet.ch/essen/dreizehn-sinne-schlattigen-uuml-berraschung-des-jahres

Impressionen vom Besuch gibt es auf Facebook

Großer Glastest: “Does one size fit all?”

Glastest

Bei vielen Weinproben in letzter Zeit standen Zalto Universalgläser auf dem Tisch. Und irgendwie hatte ich mich schon daran gewöhnt. In der Diskussion mit vielen Weinfreunden zum Thema Glas drehte sich das Thema dann meistens um Zalto Universal oder Gabriel Gold. Zuhause griff ich für die meisten Gelegenheiten dann auch auf das Zalto Universal zurück, egal ob weiß, rot oder Champagner. Es war ja auch sehr bequem nur ein Glas benutzen zu müssen. Doch ist das eigentlich eine gute Idee?

In Südtirol von einigen Wochen trank ich dann einen Rotwein aus einem Sophienwald Glas, das ich vorher noch nicht kannte. Es war ein roter Burgunder von Armand Rousseau. Nicht einer der ganz großen, aber das Glas holte doch sehr viele Details aus dem Wein.

Bislang hatte ich für roten Burgunder immer meine Zalto Burgund verwendet. Zurück in Deutschland beschloss ich der Sache einmal auf den Grund zu gehen und organisierte mir die Sophienwald Rotwein Gläser um damit ein bisschen zu testen. Durch Zufall sah ich dann, dass Frank Rembold, ein Weinfreund von mir auch gerade Gläser testete und wir beschlossen uns doch einfach mal auf einen ausführlichen Glastest zu treffen.
Wir sprachen über unsere Erfahrungen und beschlossen die derzeit beliebtesten Gläser in den Test aufzunehmen. Das ist das Sortiment von Zalto: Weiß, Universal, Bordeaux und Burgund. Das Gabriel Glas musste unbedingt auch dazu, verspricht es doch mit einem Glas die komplette Weinwelt abdecken zu können.

Damit so ein Test bei aller Subjektivität Aussagekraft hat, mussten aussagefähige Weine her. Neben den ganzen analytischen Details interessierte uns vor allem der Trinkspaß, den der Wein mit dem jeweiligen Glas machte. Wir wählten junge und alte Weine, Aromenstarke und Leise, Komplexe und Fruchtbetonte. Das ist natürlich nie komplett, aber die wichtigsten Stile hatten wir dabei. Da wir beide auf Finesse, Struktur, Balance und eher die leisen Details im Wein Wert legen, sind die Ergebnisse auch eher für einen Weintrinker mit ähnlichem Geschmacksbild geeignet.

Wir konzentrierten uns auf die jeweilige Nase des Weines. Wie komplex war diese, wie harmonisch, was wurde betont, was unterdrückt? Wieviel Spaß machte der Wein aus dem jeweiligen Glas? Ähnlich wie bei guter Musik, wo ein Syphonieorchester als ganzes wahrgenommen wird und es manchmal auch auf ein einzelnes Instrument ankommt.

Frank hat die Details in seinem Bericht bestens beschrieben, da decken sich unsere Eindrücke. Seine Notizen findet ihr hier:

http://www.maluni-weine.de/blogs/wein-blog/weinglaeser-im-test/

Wer jetzt gedacht hätte, das sich die Unterschiede im Millimeterbereich abspielten, liegt leider falsch, das waren richtig große Unterschiede. Nach einem langen Abend gab es dann ein Siegerglas und eine echte Überraschung.

Ich fange gleich mal mit der Überraschung an: Sieger komplexe Weine weiß wurde das Sophienwald Rotwein Glas. Kein Glas hatte bei den Weißweinen in dieser Beständigkeit diese herrliche Balance aus Harmonie und riechbaren Details. Es betonte beim Von Winning (Pechstein 2014) nicht das Holz, sondern zeigte die noch sehr jugendliche Vielschichtigkeit des Weines. Bei der von mir im Nachgang verkosteten Van Volxen Horizontalen aus dem Jahrgang 2008 (Pergentknopp, Gottesfuss, Kanzemer Altenberg) zeigte es vortrefflich die Lagenunterschiede. Bei 2 Chardonnays (Burgund 1er Cru und Kalifornien) zeigte es das komplette Geschmacksspektrum von Hefe-Autolyse über Holz hin zu leichten Fruchtarmomen im Hintergrund.  Es konnte die Komplexität in Harmonie übersetzen. Die anderen Gläser zeigten auch viele Details, konnten aber nicht mithalten.

Sieger Rot wurde mit beträchtlichem Abstand das Zalto Burgund. In seiner Paradedisziplin Pinot Noir (ABC Isabelle 2011) war das nicht erstaunlich. Es hatte aber auch die Eigenschaft, den sehr gut gereiften 1975 Ch. Lascombes ins richtige Licht zu setzen. Die Harmonie und Komplexität des Weines gab kein anderes Glas so perfekt wieder. Der Wein, obwohl kein ganz großes Chateau war ein Riesen-Genuß. Das große Bordeax Glas von Spiegelau war chancenlos, es war weder harmonisch noch zeigte es die Details des Weins. Das Gabriel Glas betonte für meinen Geschmack zu sehr bestimmte Aromen (Reifearomen), ohne hier aber eine Harmonie zu erreichen. Für Proben kann es aufgrund seiner analytischen Fähigkeiten aber gut geeignet sein.

Das Zalto Rotweinglas war meistens überanalytisch, das Sophienwald Rot betonte zu sehr die Frucht bei den Weinen und überlagerte die Wahrnehmung anderer Aromen. Die war gerade bei Weinen mit mehr Körper sehr auffällig. Die Komplexität des herrlichen Salaux 2011 konnte es nicht zeigen. Ich werde es nur für Weißwein einsetzen.

Das Zalto Universal spielte seine Stärken bei Süssweinen aus (getestet mit 12 Süssweinen, darunter aus em tollen Jahrgang 2005 eine Auslese lange Goldkaspel vom Karthäsuerhof, JJ Prüm Graacher Himmelreich Spätlese 2009  und ein sehr stimmiges Kabinett von Egon Müller aus dem Jahr 2005).

Das Geschmacksbild im Mund wurde nur dadurch leicht beeinflusst, wie dick der Rand des jeweiligen Glases war, und wie groß das Glas ist, weil dann der “Schluckwinkel” intuitiv beeinflusst wird. Ein Geheimnis der Riedel Gläser mit den vielen verschiedenen Größen.  Die „Abbruchkante“, dass heisst wir dick oder dünn das Glas ist und wie es geschliffen ist,  hat einen Einfluss, wie der Wein auf die Zunge kommt. Da wir nur mit dünnwandigen Gläsern getestet haben war dieser Einfluss zu vernachlässigen.

Als Fazit kann man festhalten, das die Theorie von dem einem Alleskönner leider zu den Akten gelegt werden muss. Es lohnt sich aber die Investition in beste Gläser.

Ich werde in Zukunft folgende Gläser nutzen

Rot: Zalto Burgund

Weiß: Sophienwald Rotweinglas

Süssweine und Champagner: Zalto Universal

Weinproben: Gabriel Gold

So ein Glastest ist natürlich immer subjektiv und nimmt einem nicht den Spaß ab, doch wieder einmal selber rumzutüfteln und natürlich gibt es auch noch viele andere tolle Glashersteller.

Berichtet gerne über Eure  gemachten Erfahrungen.

100 Punkte – Massimo Botturo in der Osteria Francescana

Ich hatte Lange nicht mehr ein perfektes Essen erlebt, da muss schon alles stimmen wie bei einer großen Oper, die perfekte Inszenierung.  Im Sommer entstand dann der Plan anlässlich meines Geburtstages bei Massimo Bottura zu reservieren. Das ist für mich die ganz große Bühne, angefangen vom Understatement vor der Eingangstür bis zur Kunstsammlung dahinter. Für mich ist das derzeit die Nr. 1. auf der Welt. Auf die Frage , wie denn die Säure in den Gurkensud kommt, den wir bei einem Gericht hatten, kam die Antwort: 26 Zutaten, eine Woche eingelegt. “Simple as that” würde ich da mal sagen. Zum Dessert durften wir dann  in die Küche.

Massimo Bottura, der großer Kunstfan ist, hatte sich von Picassso inspirieren lassen. Beeindruckend! Hingehen! mehr sag ich nicht…

IMG_1506 IMG_1507 IMG_1483 IMG_1486 IMG_1493 IMG_1495 IMG_1497 IMG_1498