SYRAH : L’Hermitage 2010 von Jean-Louis Chave

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Ist Pinot Noir vielleicht doch nicht der heilige Gral?

Vor ein paar Jahren dachte ich noch, Syrah von der Nord Rhone müsste leicht unreif schmecken und zickige Tannine haben. Ich konnte ehrlich gesagt wenig mit der Rebsorte Syrah anfangen.

Der glückliche Zufall wollte es dann, dass ich vor einiger Zeit bei einem Freund einen Chapoutier L’Ermite 2007 trinken durfte. So eine sakrale Tiefe in einem Wein hatte ich noch nie erlebt. Man fühlt sich wie in einem großen Dom. Auch wenn der Wein natürlich noch viel zu jung war, wurde mir klar warum viele Weinliebhaber so von der Nord-Rhone schwärmen.

Ende 2015 bei der Christmas Probe vom Sampler in London dann Grange 2002 (fand ich viel zu fett) und Chave Hermitage 1985 (mir persönlich zu opulent mit starker Chassis-Note).

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Bis hierhin war der L‘Ermite mein Favorit.

Danach folgte eine Syrah-Probe im Sommer 2016. Die australische Verwandtschaft hatte Grange und Hill of Grace dabei und wir konterten mit einem gereiftem LaLa und La Chapelle.

Syrah Probe Wiese

Jetzt gab es schon 2 Favoriten, den Chapoutier L’Ermite 2007 und den Guigal La Turque 1994.

Dazu gesellte sich ein maskuliner aber ausbalancierter Cornas 2010 von August Clape im Spätsommer und ein filigraner und feinfruchtiger La Chapelle 1978 von Jaboulet Aine im Dezember 2016 in London.

La Chapelle 1978

Und ein paar Tage später währende eines Tastings im Münchner Tantris ein herrlich gereifter Grange Hermitage 1977 mit der Erkenntnis: 2 Jahre nach Max Schubert war die Welt bei Penfolds noch in Ordnung und es wurde auf Finesse geachtet.

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Endlich also auch ein Australier, der mich voll überzeugt hat.

Das Diploma beim WSET ist schon noch ein Stück vom Master of Wine entfernt, trotzdem muss man beim Wissen sehr breit aufgestellt sein. Und manchmal muss man sich für die ganze Lernerei auch mit einer besonderen Flasche belohnen.

Einen Syrah hatte ich dabei besonders auf dem Radar. Jean Louis Chave halte ich für einen der besten Winzer unserer Zeit und ich wollte schon lange einen Wein aus meinem Lieblingsjahr 2010 von ihm trinken. Das ist an der Rhone wie auch in einigen anderen Regionen besonders gut ausgefallen.

Auf der Rückfahrt von Rust nach München enddeckte ich dann auf einer Restaurantkarte eine Flasche Hermitage 2010 von ihm. So eine Flasche ist leider kein Schnäppchen und eigentlich sollte man noch 20 Jahre mit dem Trinken warten und wenn man alleine ist, macht das ja auch nur halb soviel Spaß. Alles nette logische Argumente, die Flasche nicht zu bestellen!

Doch manchmal muss man auch unvernünftig sein. Wobei – so unvernünftig war das dann doch nicht.

Nachdem ich das erste Glas in der Hand hatte, war mir klar, dass das die beste Entscheidung war, die ich treffen konnte. Der Wein hat eine Frische und eine von dunklen Früchten unterlegt Komplexität mit seidigen Tanninen und überragenderLänge, dass er der Perfektion nahe kommt. Das macht jetzt schon wahnsinnig viel Spaß zu trinken. Ich war auf jeden Fall völlig versunken und vergaß alles um mich herum. Die anderen Gäste müssen mich dann auch für ein bisschen verrückt gehalten haben, als ich völlig versunken am Glas gerochen und den Wein genossen habe. Ich hörte nur ein geflüstertes „Jetzt macht er auch noch ein Foto von der Flasche“ vom Nachbartisch.

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Jean Louis Chave hat ein wahres Meisterwerk vorgelegt und wenn ich das Geld hätte, würde ich mir 40 Flaschen davon kaufen und jedes Jahr eine aufmachen.

Hier noch einige Informationen zum Wein und zu den Lieux-Dits des Hermitage-Hügels aus denen er erzeugt wird. Übrigens interessant zu wissen, dass im roten Hermitage 15% Marsanne und Rousanne nach Appelationsvorschriften erlaubt sind, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Winzer das ausnutzt. Selbst im Cote Rotie ist der Anteil an Viognier ja inzwischen verschwindend gering.

http://www.wineanorak.com/rhone/hillofhermitage.htm

http://www.tenzingws.com/blog/2016/1/22/the-hermitage-hill-and-all-of-its-lieux-dits

 

Weine und Sterne 2016 – ein kulinarischer Rückblick mit vielen Höhen und einigen Tälern

Meine Köche des Jahres, damit will ich anfangen ,hatten 3 Sterne, 1 Stern und “keinen” Stern, als ich dort war. Persönlich finde ich jedoch das alle 3 Restaurants eine Reise wert sind.

Was mal wieder beweist, dass der Michelin zwar ein guter Ratgeber ist, aber junge Köche erst einmal viel Zeit brauchen, bis sie im Michelin bei 2 oder 3 Sternen ankommen. Soviel Einleitung muss sein…

Hier sind sie! Meine ganz persönlichen Stars 2016:

Felix Schneider, Cornelius Speinle und Rasmus Kofoed. Das Lob geht natürlich an die ganze Mannschaft  in den Restaurants: So Sein, Dreizehn Sinne und Geranium.

Einige werden sich jetzt fragen warum ich gerade diese 3 Restaurants ausgesucht habe. Dazu muss man wissen was mir persönlich wichtig ist, wenn ich ein Restaurant besuche.

Erst einmal möchte ich lecker essen, richtig lecker, so dass es mich am besten richtig vom Hocker haut. Dabei ist es mir egal, ob die Gerichte klassisch gekocht sind oder modern. Mir geht es viel mehr darum, dass ich meinen Kopf abschalten kann und nicht anfange zu analysieren, was mir fehlt oder ich persönlich anders gemacht hätte. Das klingt arrogant, aber nach 25 Jahren Jahren Gourmetküche habe ich halt doch das ein oder andere schon erlebt, gegessen oder selber gekocht. Wenn mich dann Köche mit ihren Gerichten vom Hocker reissen, finde ich das jedes Mal wieder beeindruckend.

Alle 3 kochen erst einmal phantastisch.

Dann sind diese 3 auch sehr kreativ und entwickeln neue Gerichte, die sehr innovativ sind. Sie achten auf sehr hohe Produktqualität und verfügen über ein großes Wissen was Produkte, Kochtechniken, Aromen und Kombinationen  anbelangt. Sie verzichten auf Überflüssiges, das nur der Show dient.

Die Getränkeauswahl zu den Gerichten war bei allen 3en in meinen Augen sehr gut. Die Saftauswahl im SoSein möchte ich dabei besonders hervorheben.

Der Service bei allen 3 war herzlich und absolut professionell, dabei aber immer angenehm locker.

Die Atmosphäre, Design und Räumlichkeiten fand ich auch klasse. Das fängt bei Geschirr und Besteck an und hört bei der Akustik im Restaurant auf.

Das sind hohe Ansprüche und natürlich bin ich nicht immer so streng, wir reden aber auch über die Highlights des Jahres und da muss es a la Sergio Herman schon fucking perfect sein in allen Belangen.

Da reicht es mir bei weitem nicht, wenn auf einem Hering oder Pieter Stockmans Teller ein im von mir wenig geliebten Sous Vide verfahren gegartes Stück Fleisch aus dem Rungis Express Sortiment nett angerichtet wird.

Auch asiatische Aromen, Tupfer, Cremes und Gels haben Überhand genommen und der Unterschied zwischen einem Green Egg in klein und groß ist nun mal recht groß, was das Ergebnis angelangt.

Natürlich gab es auch einzelne Gerichte die mir besonders gut gefallen haben. Helmut Thieltges konnte zum Beispiel mit einem Fischgang punkten.

Leider konnte das Sonora im Service überhaupt nicht punkten, ich habe mich selten so unwohl gefühlt wie dort. Die klassische Küche ist aber immer noch eine Reise wert.

Doch zurück zum Positiven.

Christian Bau hatte ein Spargelgericht gekocht, dass ich so lecker fand, dass ich es 5 Mal nachgekocht habe. Perl ist dann für mich auch immer eine Reise wert und das Menü mit Sergio Herman und Nick Bril gehörte auch zu den Höhepunkten des Jahres.

Bollinger

Als Wein-Begeisterter und auf meinem Weg zum Master of Wine achte ich natürlich immer auch auf die ausgesuchten Weine.

Hier überzeugten mich die beiden Sommeliers im Steirereck am meisten. Der alte Hase Adi Schmid und Nachwuchs Star René Antrag arbeiten perfekt zusammen.

Innovative Idee wie ein Sherry zum Reh oder ein Grüner Veltliner als klassisches Element in der Weinauswahl konnten begeistern.

Justin Leone, Stephane Thuriot und Alex Koblinger lagen bei Ihren Selektionen auch immer richtig und glänzten mir Ihrem Geschmack und ihrem breitem und fundiertem Wissen der Weinwelt.

Weinbegleitungen, die inzwischen viel gängiger als früher sind, sind leider nicht unbedingt besser geworden. Häufig werden da auch Alt Bestände aus dem Keller entsorgt oder Weine mit zu niedriger Grundqualität eingebaut. Ab einem gewissen Preis finde ich das nicht mehr OK. Dann müssen halt mehrere Weinbegleitungen zur Auswahl gestellt werden, von Einstieg bis Premium, dann kann ich mir das als Gast aussuchen. Das gab es vor 10 Jahren im Fat Duck schon und im Geranium macht man das heute auch so.

Im 2 und 3 Sterne Bereich möchte ich jedenfalls bei Weinbegleitungen für 100 Euro und mehr keinen mittelmässigen Guts-Riesling haben, da muß schon der gut ausgesuchte Ortswein oder das GG dabei sein, nur um mal ein Beispiel zu nennen.

Ich habe auch wenig Verständnis dafür, wenn ich in einem 3 Sterne Restaurant nicht die Möglichkeit habe, Top Weine Glasweise per Coravin zu bekommen, wenn kein brauchbares Offen-Angebot zur Verfügung steht. Hier sind das Tantris und das Geranium gute Beispiele, wo das problemlos geht und ich zum fairen Preis Top Weine geniessen kann.

Ein Rätsel habe ich mir für den Schluss aufgehoben.

Warum werden immer noch so selten Sherry, Säfte, Biere oder Sake in die Weinbegleitungen eingebaut ? Aber vielleicht passiert das ja im Jahr 2017

Welche Erkenntnisse gab es an an der Weinfront. Leider die triviale Erkenntnis, dass richtig gute Weine viel, teilweise sogar sehr viel Geld kosten. 2016 war das Jahr, um endlich einige Klassiker zu trinken und das zum Teil aus besonders guten Jahrgängen.

Mein Pinot Noir und Chardonnay Highlight kam von Lalou Bize Leroy. Dahinter dann Pinot Noir von DRC, Richebourg 1995 und 1951. Der beste Riesling war der C.O. 2010 von H.O. Spanier, die beste Riesling Auslese war die Versteigerungs Lange Goldkapsel 2015 von JJ Prüm. Edelsüße Tokays haben mich mehrere begeistert.

Die besten Cabernet‘s waren ein Lafite 1929 und ein Latour 1955. Interessant zu wissen das 1982 noch viel zu jung war und ich auch nicht daran glaube, dass der die mangelnde Komplexität noch bekommt, Parker hin oder her. Erkenntnis daraus: die meisten Weine werden viel zu jung getrunken, das gilt nicht nur für Cabernet Sauvignon.

1942 Rioja war deshalb auch mein Rotwein des Jahres, ein Wein der erst 1983 gefüllt worden ist.

Petrus 1999 fand ich lecker aber nicht mehr, mir persönlich zu eindimensional.

Cornas 2010 von August Clape war zusammen mit La Chapelle 1978 mein Lieblings Syrah.

Im Champagner Bereich gab es mehrere Favoriten: Sellose, Krug und Bollinger Vieilles Vignes Francaises haben mir am besten gefallen.

Geisberg – The best Riesling terroir in the world?

If you are a wine fan and Riesling aficonado you usually know the famous Riesling terroirs in the world: Sites like the Scharzhofberg, Wehlener Sonnenuhr, Rüdesheimer Berg Schlossberg and Pettenthal at Roter Hang are on your list.

But have you ever heard of Geisberg?

A Riesling wine which was higher priced at luxury hotels in 1900 than Bordeaux’s like Latour, Lafite and Haut-Brion.

Roman Niewodniczanski, owner of Van Volxem bought the Geisberg vineyard together with Mosel Winemaker Markus Molitor 2 years ago.

Since he finished his studies of business economics and geography in Trier Roman collected old pricelists from Wine Merchants and luxury restaurants and realized that 100 years ago Rheingau, Mosel and Saar were together with Hungary, Bordeaux, Burgundy and Champagne the leading wine regions in the world.

After he bought the Van Volxem estate he used his excellent knowledge of the best sites in the Saar area to collect an impressive range of vineyards, inlcuding a lieut-dit in the Scharzhofberg.

You won’t find the Geisberg on Jancis Robinson Wine Atlas, because it was left to nature the last 20 years, but with Roman’s help we managed to find it. What an impressive place!

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South facing, very steep, shiste geology, and a special kind of wind from the opposite valley. Like Scharzhofberg situated in a side valley. The Saar area has a bit cooler and harder climate than the Moselle, very benefical for the climate change effect.277

My plan is to report about the development of the site and to taste the wines, beginning with the first examples in a few years. In 2017 the first grapes will be planted.

Use the following link for some beautiful photos of the project:

http://vanvolxem.com/#geisberg

 

H.O. Spanier und Carolin Spanier-Gillot – Feinsinnige Rieslinge vom Roten Hang

Roter Hang, Pettenthal, Rothenberg…Begriffe, die das Herz eines Riesling Fans schneller schlagen lassen.

Durch Zufall hatte ich gesehen, das im Rahmen der Liquid Life Serie Ben und Jane Müller zu Gast bei Carolin und H.O. Spanier waren.

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146 Wir waren auf dem Weg zu Christian Bau, Sergio Herman & Nick Bril an die Mosel, aber ein Abstecher an den Roten Hang musste sein.

Die Sonne ließ sich im November nicht lumpen und nach einer Wanderung durch den Roten Hang

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empfing uns Ben mit einer gelungenen Burgund Einstimmung.

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Kein Sylt Besuch ohne die legendären Lamm Bratwürtchen von Jörg Müller, toll dass Jane und Ben die mitgebracht hatten.

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Darauf folgten 2 sehr gute Vertikalen Rothenberg und C.O.

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Masterpiece und Holy Grail of Riesling war der C.O. Liquid Earth 2010, der mich sehr beeindruckt hat.

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Zum Schluss dann noch Pettenthal GG 2015. Noch verschlossen, aber mit tollem Mundgefühl und viel Potential.
Der gehört in jede GG Sammlung aus dem Jahre 2015.

Rock n’ Roll Stars: Sergio Herman & Nick Bril & Chris Bau

Christian Bau ist zu Recht stolz auf 11 Jahre 3 Sterne im Guide Michelin.

Doch so stolz habe ich ihn noch nie erlebt. Und das zurecht! Hatte er es doch geschafft seine Freunde Sergio Herman und Nick Bril von einem 6 Hands Dinner in Victor’s Residenz zu überzeugen. Am 20. November 2016 war es soweit.

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Wir hatten das Glück bei diesem einmaligen Event dabei sein zu können und es war ein wahres Fest!

Sergio Herman und Nick Bril hatten nicht nur Köche aus dem The Jane in Antwerpern mitgebracht, sondern auch ihre Service Crew, insgesamt also 15 Leute, Fucking Perfect halt.

So habe ich Sergio im Oud Sluis mehrmals erlebt und so war es auch an diesem Abend: eine wirklich beeindruckende Performance.

Start um 18:15 mit dem ersten Amuse, dann folgte ein unvergessliches Feuerwerk  von grandiosen Gängen.

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Das ganze garniert mit einer Top Sommelier Leistung. Ich wundere mich ja schon seit Jahren, wieso so wenige Sommeliers die Themen Sherry und Sake aufgreifen. The Jane Sommelier Gianluca Di Taranto ist auch hier seiner Zeit voraus.

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Chapeau und Danke an alle, die das möglich gemacht haben.

 

 

Meininger’s Finest 100 – International Wine Summit 2016

Zeit: Dienstag, 22 November 2016 um 11 Uhr

Location: Saalbau, Neustadt an der Weinstraße.

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Meiniger hatte zum ersten Finest 100 Wine Summit in den Saalbau eingeladen. 100 der weltweit besten Weingüter waren vor Ort und präsentierten den deutschsprachigen Top Sommeliers Ihre Weine.

So etwas gab es bislang nur in London und New York und die Vorfreude bei allen beteiligten Winzern und Sommeliers war groß, das merkte man schon beim Betreten des Saals.

Mein erster Gang führte mich zu Tisch 100, das hatte ich Petra Pahlings und Katharina Prüm versprochen.

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H.O. Spanier schaute derweil bei Österreichs Altmeistern, Emmerich Knoll und Franz Hirztberger vorbei.

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Doch jetzt hieß es erst mal sich mit dem richtigen Tasting Glas zu bewaffnen, Maximilian Riedel hatte die Veranstaltung sehr gut ausgestattet mit verschieden Glastypen.

Es gab jede Menge Highlights zu verkosten, darunter Romanée Conti, Ciacomo Conterno und Vega Sicilia.

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Viele Winzer hatten ihre aktuellen Jahrgänge und gereifte Weine dabei und konnten so zeigen, wie gut sich ihre Weine entwickeln.

Beim Champagner waren u.a.Krug, Agrapart und Eric Rodez vertreten.

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Alle Winzer und Sommelier waren voll des Lobes, weil es viel Zeit gab zum Probieren und Fachsimpeln.

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Die Veranstaltung hat echt Maßstäbe gesetzt und war perfekt organisiert. Ich freue mich schon auf den 2ten Wine Summit im Jahr 2017.

Hanno und Dorothee Zilliken – Saar Rieslinge mit Weltruf

Die präzisen und feinsinnigen süßen Auslesen von Zilliken gehören für mich seit Jahren zu den besten Süßweinen der Welt. Bei der GroßerRing Versteigerung in Trier hatte mich der aktuelle Jahrgang 2015 sehr beeindruckt. Als ich dann noch vor einigen Wochen das Glück hatte eine Versteigerungs-Lange-Goldkaspsel-Auslese aus dem hervorragenden Süßwein Jahrgang 2005 trinken zu dürfen, war meine Neugier geweckt und ich fragte Dorothee, ob ich sie einmal besuchen dürfte um mir vor Ort anzuschauen, wo das Geheimnis dieser Eleganz und Feinheit liegt.

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10 Hektar haben die Zillikens im Saarburger Rausch.

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Die Steillage liegt oberhalb von Saarburg. Das Klima ist hier deutlich rauher als an der Mosel. Das sorgt für Säure und Frische im Wein, beste Vorrausetzungen für edelsüße Auslesen mit langer Haltbarkeit.

Im Keller, der sich über 2 Etagen erstreckt, liegen auf der unteren Etage ca. 50 Jahre alte Fuderfässer, in denen der Wein ausgebaut wird. Dorothee erzählt uns, dass der Inhalt der Fässer variert, manche haben 1010, andere 1050 Liter Inhalt.

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Die Luftfeuchtigkeit in diesem Raum liegt nahe bei 100%, was dazu führt das aus den Fässern (fast) kein Wein durch das Holz diffundieren kann.  Die Temperatur liegt bei kühlen und konstanten 11 Grad Celsisus. An der Decke bilden sich Tropfsteine wie in einer Höhle.

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Das sind Idealbedingungen für eine langsame, schonende Gärung und die anschliessende Lagerung im Fass. Auch Korken halten so ewig und aus hier gelagerten Flaschen würde kein Wein bei der hohen Luftfeuchtigkeit entweichen können. Einziger Nachteil, Papier würde hier Stock-Flecken bekommen und deshalb können Flaschen hier nicht ettiketiert gelagert werden.

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Im Gespräch erläutert Hanno Zilliken später seine Philosophie der Weinbereitung

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und wir haben das Glück etwas von der Beerenauslese 2015 probieren zu dürfen, deren Leichtigkeit uns fast schweben lässt.

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Pinot Noir – Teil 4 – Ernte 2016 im Weingut Rudolf Fürst

„Grau is alle Theorie – entscheidend is auf’m Platz“

Das schöne Zitat von Adi Preißler passt nicht nur wunderbar zum Fussball, ich finde in der Welt der guten Weine ist es mindestens genauso gültig. Deshalb habe ich mich Ende September 2016 auf den Weg gemacht, Sebastian Fürst bei der Ernte einen Tag über die Schulter zu schauen.

Eines ist mir an diesem Tage besonders klar geworden: Das ein großer Wein nur entstehen kann, wenn im Weinberg äusserst sorgfältig gearbeitet wird und wenn der Winzer ein Gefühl für seine Reben hat.

Die Arbeit im Weinberg ist mit viel Fleiss und Aufwand verbunden. Die  Wirtschaftsweise der Fürsts ist aufwändig, aber das sieht und spürt man finde ich. Auch wenn ich kein Fachmann bin, ist mir der gute und lebendige Boden aufgefallen.

IMG_0621Auch eine gute Laubwandarbeit ist wichtig. Dabei geht es nicht nur um das Laubwand-Frucht Verhältnis, auch die Beschattung der Trauben ist zu bedenken. Hier gibt es beim Freistellen der Trauben unterschiedliche Varianten. Das geht vom kompletten Entblättern bis zum gezielten stehen lassen einiger Blätter, damit die Trauben keinen Sonnenbrand bekommen, aber trotzdem gut belüftet werden.

Durch die stabile Wetterlage der letzten Wochen konnten die Trauben auch sehr gut ausreifen, dabei hatte das Jahr 2016 ja so schwierig angefangen.

Weil ich wissen wollte, wie Beeren und Kerne schmecken, habe ich einige probiert. Vielleicht bilde ich mir das ein, aber ich finde man schmeckt den Unterschied zwischen deutschen und französischen Klonen.

Man merkt auch beim zerkauen der Kerne welche unreif, reif und überreif sind. Bei den Unreifen schmeckt es einfach viel zu grün, bei den sehr reifen Beeren fehlt die Spannung.

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Das dürfte sich, so würde ich mal mutmaßen auf den späteren Wein übertragen. Da ist dann wohl eine echte Gratwanderung, den richtigen Erntezeitpunkt für die einzelnen Lagen festzulegen.

Die folgenden Bilder sind im Hundsrück aufgenommen. In diese Lage habe ich mich verliebt, sie hat etwas Majestätisches und strahlt eine große Ruhe auf mich aus. Ich bin vor Sonnenaufgang aufgestanden um dort einen Spaziergang zu machen.

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Am Vorabend durfte ich sogar im Keller zuschauen und verschiedene Stufen des gärenden Mostes probieren. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei der Familie Fürst und allen Mitarbeitern des Weingutes für die tolle Unterstützung bedanken.

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Der Riesling Jahrgang 2015 in Deutschland – wie entwickelt sich eigentlich ein hochgelobtes Jahr?

Das Weinjahr 2015 wird teilweise hochgelobt, die kritischen Stimmen waren bislang eher in der Minderheit. Gerade werden in Wiesbaden die Großen Gewächse 2015 verkostest. Wie jedes Jahr sitzt dort ein Fachpublikum und absolviert einen echten Marathon. Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe, werden am ersten Tag alleine ca. 150-200 Weine verkostet. Das bringt wahrscheinlich selbst den erfahrensten Verkoster an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit würde ich einmal schätzen. Auf jeden Fall haben wir danach ein erstes Stimmungsbild.

Jeder kann sich bestimmt an den Sommer 2015 zurück erinnern. In einigen Weinbaugebieten führte der Witterungsverlauf zu gleichzeitig sehr guter Reife bei erstaunlich hohen Säurewerten. Es gab aber auch Weinbaugebiete, in denen die Reben unter Hitze- und Trockenstress litten.

2015 war auch das Jahr, in dem ich einen Tag in der Pfalz bei der Ernte helfen durfte.

Grund genug finde ich, einmal zu schauen, wie sich die Weine aus diesem Jahr in den kommenden Jahren entwickeln werden. Durch die Klimaerwärmung werden die Weinjahre immer extremer. Kein leichter Job für die Winzer. Sie werden vor immer größere Herausforderungen gestellt.

Meine Idee ist, einige Weine selber zu verkosten und mir gezielt Verkostungsmeinungen renommierter Kritiker herauszugreifen und dann in ein paar Jahren zu überprüfen, was aus den Weinen tatsächlich geworden ist.

In Zeiten der Social Media kann man in Echtzeit bereits erste veröffentlichte Eindrücke von den Weinen auf Facebook nachlesen. Die sind bislang eher im  positiven Bereich. Im Nachgang veröffentlichen dann die „offiziellen“ Kritiker ihre Punkte und Verkostungsnotizen.

Ich bin gespannt, wie das Gesamtbild aussieht.

Riesling – Teil 3 – Moselriesling 2015 von Martin Conrad

Der Riesling Jahrgang 2015 ist an der Mosel sehr gut ausgefallen. Da lohnt es sich doch mal zu schauen, bei wem man sich eindecken sollte. Ein  Geheimtipp ist Martin Conrad, ihm ist die Interpretation des Jahrgangs besonders gut gelungen finde ich. Davon konnte ich mich bei einem Besuch im Mai 2016 überzeugen.

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Er verfügt  unter anderem über eine Parzelle in der Brauneberger Juffer Sonnenuhr und seinen Top Wein gibt es ab September 2016 in kleiner Menge zu kaufen. Da wird man schnell sein müssen, denn die Weine von Martin Conrad haben es auch auf die  Weinkarten einiger Sylter Restaurants und ins Münchner Tantris geschafft und die wollen auch beliefert werden.

Sehr empfehlenswert ist auch die Conradus-Serie in trocken und feinherb und das Kabinett in  fruchtsüss.

Wer erleben möchte, das Weißburgunder so richtig burgundisch fein schmecken kann, sollte sich mit dem Gavius 2015 eindecken.

http://www.martinconrad.de